12.05.2026 - Großübung Weserauentunnel: Trainieren für den Ernstfall
Porta Westfalica. Am vergangenen Dienstag fand im Weserauentunnel in Porta Westfalica eine der vorgeschriebenen Großübungen der Betreibergesellschaft statt. Die Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica beteiligte sich mit vier Einheiten sowie der hauptamtlichen Feuer- und Rettungswache an dem realitätsnahen Übungsszenario.
Angenommen wurde ein Verkehrsunfall in der Weströhre des Tunnels. Beteiligt waren zwei Pkw, an einem der Fahrzeuge war ein Entstehungsbrand ausgebrochen. Insgesamt mussten drei verletzte Personen versorgt und gerettet werden, darunter auch eine eingeklemmte Person in einem der Unfallfahrzeuge.
Für die Einsatzkräfte galt es zunächst, den genauen Schadensort innerhalb der Tunnelröhre zu erkunden und sich ein umfassendes Bild der Lage zu verschaffen: Wie viele Fahrzeuge sind beteiligt? Wie viele Personen sind unmittelbar oder mittelbar betroffen? Wie stark ist die Verrauchung? Wie sind die Sichtverhältnisse? Und welcher Angriffs- und Rettungsweg ist unter den gegebenen Bedingungen der sicherste?
Im Verlauf der Übung gingen insgesamt drei Trupps unter Pressluftatmern aus der Öströhre über eine Verbindungsschleuse in die betroffene Weströhre vor. Ihre Aufgaben waren die Erkundung der Lage, die Brandbekämpfung beziehungsweise Brandeindämmung sowie die Menschenrettung. Der simulierte Brand konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden. Parallel wurde die Entrauchung der Tunnelröhre eingeleitet und mit der technischen Rettung der eingeklemmten Person begonnen.
Nach rund 45 Minuten waren alle Übungsziele erreicht und die Lage erfolgreich abgearbeitet.
Für die Feuerwehr Porta Westfalica war diese Großübung eine besonders wertvolle Gelegenheit. Einsätze in Straßentunneln stellen die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen: begrenzte Platzverhältnisse, lange Wege, eingeschränkte Sicht, mögliche Verrauchung, erschwerte Kommunikation und ein komplexes Zusammenspiel zwischen Feuerwehr, Polizei, Straßenbaulastträger und Tunneltechnik. In diesem Umfang kann ein solches Szenario nur selten unter realen Bedingungen geübt werden.
Gleichzeitig kommt die Betreibergesellschaft mit der Durchführung solcher Übungen ihren Verpflichtungen nach. Grundlage hierfür sind unter anderem die Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln, kurz RABT. Solche Übungen dienen dazu, Abläufe zu überprüfen, die Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen zu trainieren und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer im Ernstfall weiter zu verbessern.
An der Übung beteiligt waren neben der Feuerwehr Porta Westfalica auch die Kreispolizei Minden-Lübbecke sowie die Landesverkehrszentrale und die Straßenmeisterei Minden von Straßen.NRW. Ausgerichtet wurde die Übung durch Straßen.NRW.
Für die Dauer der Übung musste der Weserauentunnel am Dienstagabend von etwa 18:00 Uhr bis 22:30 Uhr in beide Fahrtrichtungen gesperrt werden. Dadurch kam es zu Verkehrsbehinderungen. Wir wissen, dass Sperrungen des Tunnels für viele Bürgerinnen und Bürger mit Einschränkungen verbunden sind. Gerade solche Übungen zeigen jedoch, warum regelmäßige Trainings und Überprüfungen im Tunnel notwendig sind: Sie dienen unmittelbar der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, die den Weserauentunnel täglich nutzen.
Einsatzkräfte vor Ort
Einsatzleiter: Marcus FriedrichsEinsatzkräfte hauptamtlich: Hauptamtliche Feuer- und Rettungswache
Einsatzkräfte ehrenamtlich: Neesen-Lerbeck, Barkhausen, Holzhausen, ELW Bereitschaft, Hausberge-Lohfeld Einsatzende: 22:00 Uhr











