01.07.2011 - Großbrand Fa. Tönsmeier (Großschadenslage)

Porta Westfalica Lerbeck. Die Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica wurde am Freitag, 01.07.2011, um 09:25 Uhr durch die Kreisleitstelle zu einem Großbrand bei der Fa. Tönsmeier, An der Pforte, alarmiert. Bereits auf der Anfahrt war eine dicke schwarze Rauchwolke über dem Betriebsgelände sichtbar. Es wurde umgehend eine Alarmstufenerhöhung durchgeführt. Der Brand ist auf dem Freigelände, nach Auskunft eines Mitarbeiters, im Bereich der Anlieferung ausgebrochen und hat sich dann schnell auf das Lager mit gepressten Kunststoffmüll ausgedehnt. (Ballen etwa je 1 m3) Direkt angrenzend befindet sich eine große Halle mit der Sortieranlage, diese wurde erfolgreich gehalten.

Update 05.07.2011: Kräfteauftstellung aktualisiert (Danke an die Kreisleitstelle!)

Wir bedanken uns bei allen Helferinnen und Helfern für die sehr gute Zusammenarbeit!!! 

Ausführlicher Bericht – entstanden nach dem Einsatz, dieser wurde so in diverser Publikationen verwendet:

Ein Großbrand auf dem Gelände eines Recyclingbetriebes in Porta Westfalica (NRW) fordert nicht nur den Einsatz von mehr als 500 Einsatzkräften aus 6 Landkreisen. Die Einsatzleitung setzt zur Unterstützung auch auf Hilfe aus der Luft – in Form von CH-53-Hubschraubern der Bundeswehr ausgestattet mit Außenlastbehältern mit ein Fassungsvermögen von 5000 Litern Löschwasser.

Am Freitag, 1. Juli 2011, kommt es in einem Umschlagplatz für gewerblichen Mischmüll auf dem Außengelände der Fa. Tönsmeier zu einem Brand. Der Umschlagplatz besteht aus Fächern mit Metallwänden in denen angelieferter Müll abgekippt und vor sortiert wird. Die letzte Anlieferung sei lt. Fa. Tönsmeier etwa 20 Minuten vor dem Brandausbruch erfolgt. Direkt an die Fächer des Umschlagplatzes grenzt das Lager aus Ballen der sortierten Kunststoffabfälle aus den Gelben Säcken. Die gepressten, 300 bis 400 Kilogramm schweren Ballen aus Kunststoffumverpackungen des Dualen-Systems (DSD) werden nach der Sortierung im Außengelände gelagert. An das Lager grenzt der neuralgische Punkt im Sortiersystem des Recyclingbetriebes – die Halle 4 (ca. 2.000 Quadratmeter) mit der Sortieranlage.

Ein Baggerfahrer bemerkt den Brand im Umschlagplatz und alarmiert umgehend seine Kollegen, welche sich gerade beim Frühstück befinden. Umgehend werden erste Löschversuche durch die Mitarbeiter eingeleitet, zeitgleich wird um 9.24 Uhr ein Notruf an die Kreisleitstelle der Feuerwehr in Minden abgesetzt. Mit dem Einsatzstichwort „Brand Industriebetrieb“ alarmieren die Disponenten der Leitstelle die Hauptamtliche Feuer- und Rettungswache (HLF, DLK, ELW, RTW), sowie die ehrenamtlichen Löschgruppen Neesen-Lerbeck (TLF 8/18, TSF, GW-A, MTF) und Hausberge (LF 10/6, TLF 16/25 (Reserve), MTF).

„Auf der Anfahrt zum Einsatzort war bereits eine große schwarze Rauchwolke über dem Gelände zu sehen“, berichten die ersten Kräfte von der Anfahrt. Als sie eintreffen, hat sich das Feuer über den Umschlagplatz hinaus auf das Lager der Kunststoffballen ausgebreitet. „Der Brandherd lag etwa zehn Meter von der großen Halle entfernt. Über die gepressten Kunststoffballen bewegte sich das Feuer auf die Halle zu“, erzählt Stadtbrandinspektor Michael Schäfer, der den Einsatz leitete.

In Folge dieser Lagemeldung erhöht die Kreisleitstelle um 09:40 Uhr die Alarmstufe. Die Einsatzstelle wird in Einsatzabschnitte eingeteilt und Abschnittsleiter eingesetzt. Zum Schutz der Halle mit der Sortieranlage bauen die Kräfte des Einsatzabschnitts „Brandbekämpfung Ost“ eine Riegelstellung auf. Unter schwerem Atemschutz kühlen sie die Hallenwand von innen und außen mit mehreren B- und C-Rohren. „Unser Einsatzschwerpunkt lag zu dem Zeitpunkt beim Erhalten der Halle. Die Ausbreitung des Feuers über die Kunststoffballen auf dem Hof mussten wir dabei in Kauf nehmen“, erklärt Schäfer. Auf der anderen Seite kämpfen weitere Kräfte im Einsatzabschnitt „Brandbekämpfung West“ direkt gegen das Feuer und versuchen die Hallen mit Monitoren und Hydroschildern zu schützen. Weitere Einsatzabschnitte sind „Wasserversorgung“ und „Warnen“.

Um den enormen Löschwasserbedarf zu decken, wird neben dem Hydrantennetz auf dem Firmengelände auch eine Wasserversorgung von der Weser her aufgebaut. Zur Versorgung der Einsatzkräfte wird das Deutschen Roten Kreuz (DRK) angefordert.

Die Bevölkerung der umliegenden Wohngebiete wird per Rundfunk aufgefordert Fenster und Türen wegen der starken Rauchentwicklung geschlossen zu halten. Da die Polizei mit dem weiträumigen Absperren des Einsatzortes beschäftigt ist, fährt das DRK mit zwei RTW durch die umliegenden Wohngebiete und informiert die Bevölkerung zusätzlich über Lautsprecherdurchsagen. Ein MC Donalds-Schnellrestaurant und ein Supermarkt werden geschlossen. Die schwarze Rauchwolke steigt Hunderte Meter hoch in den Himmel auf und ist kilometerweit bis Bielefeld und tief nach Niedersachsen sichtbar. Die Rauchwolke zieht in Richtung Südost, über den Fernsehturm auf dem Wesergebirge in Richtung Rinteln. Hier werden ab ca. 11 Uhr Schadstoffmessungen im gesamten Stadtgebiet durchgeführt, diese ergaben zum Glück ein negatives Ergebnis. Im Bereich Porta Westfalica werden Messungen durch den GW-Messtechnik und später durch Experten des Landesamts für Natur-, Umwelt und Verbraucherschutz aus Essen durchgeführt. Diese geben gegen 17 Uhr Entwarnung. Es seien keine gesundheitsschädlichen Stoffe in der Luft gemessen worden. Es sei wie bei Bränden üblich zu erhöhten Kohlenmonoxid- und Kohlenwasserstoffwerten gekommen, ab 16.30 Uhr seien die Werte aber wieder bei null gewesen.

Inzwischen wird auch der unmittelbar am Einsatzort vorbeifahrende Bahnverkehr durch die erhebliche Rauchentwicklung behindert. Ein Notfallmanager der Bahn veranlasst die Sperrung von zwei der vier Gleisen. Die Bundestrasse B482 wird durch die Polizei vollgesperrt.

Unterdessen breitet sich das Feuer weiterhin mit großer Geschwindigkeit im Außengelände aus. „Durch die starke Hitzestrahlung wurden Kunststoffballen in Brand gesetzt, die noch einige Meter vom Feuer entfernt standen“, erinnert sich Schäfer. Im Einsatzabschnitt „Brandbekämpfung West“ gibt es außerdem ein weiteres Problem. Wenige Meter vom Brandherd entfernt stehen Container, in denen Fette gelagert sind. „Über diesen Gefahrenbereich wurden wir von Anfang an von der Firma informiert. Leider konnten wir die Container nicht einfach wegziehen, weil sie zu nahe am Feuer standen. Stattdessen haben wir das Fettlager mit Wasser gekühlt“, berichtet der Einsatzleiter. Mit Erfolg. Eine Brandausbreitung kann zumindest hier verhindert werden.

Gegen 10.30 Uhr beschließt die Einsatzleitung weitere Feuerwehrkräfte zu alarmieren. Die bis dahin eingesetzten Kräfte reichen nicht aus, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Die Kreisleitstelle alarmiert unter anderem die Feuerwehren aus Minden, Petershagen, Rinteln und die Werkfeuerwehr der Lebenshilfe Rinteln. Von der Lebenshilfe werden ein Großtanklöschfahrzeug GTLF 8000 und ein Hilfeleistungstanklöschfahrzeug 40/40/10 nach Porta Westfalica entsandt. Um 11.03 Uhr werden von der Heeresfliegerwaffenschule der Bundeswehr in Bückeburg-Achum Flugfeldlöschfahrzeuge angefordert. Die Heeresflieger bieten nach Schilderung der Einsatzlage eine schnelle und unbürokratische Unterstützung aus der Luft an. „Die Lage am Einsatzort führte dazu, dass wir uns weitere Lösungen überlegen mussten. Das Ausmaß des Brandes forderte weitere Maßnahmen. Durch die direkte Nähe zur Heeresfliegerwaffenschule Achum entschieden wir uns, dort um Hilfe zu bitten“, erklärt Schäfer. Kurz darauf werden die beiden Hubschrauber formell von der Kreisleitstelle angefordert. Die Heeresflieger entsenden 2 CH-53-Transporthubschrauber mit jeweils einen Außenlastbehälter mit einem Fassungsvermögen von 5000 Litern Löschwasser. Ein weiterer Hubschrauber der Bundeswehr koordiniert den Einsatz der CH-53-Transporthubschrauber.

Parallel dazu lässt die Einsatzleitung die verbliebenen offenen Bahngleise durch den Notfallmanager sperren, um einen Einsatz der Hubschrauber zu ermöglichen. Ab 11.15 Uhr ist die Bahnstrecke zwischen Löhne und Minden komplett gesperrt. Reisende von Norden stranden in Minden, von Süden wird über Paderborn umgeleitet (Gütersloh, Bielefeld und Herford waren nicht zu erreichen). Ein Busnotverkehr wird durch die Bahn eingerichtet.

Um 11.20 Uhr treffen die beiden CH-53 am Einsatzort ein. Sie nutzen einen nahe gelegenen Kiesteich, um ihre Außenlastbehälter mit Wasser aufzufüllen. Schäfer: „Der Einsatz der Hubschrauber sollte uns am Boden etwas Zeit verschaffen, um weitere Maßnahmen vorbereiten zu können. In der lokalen Presse wurde oft behauptet, der Einsatz der Hubschrauber habe keine Wirkung gezeigt. Das können wir nicht bestätigen.“ Im Gegenteil. „Gerade die Kräfte im Abschnitt Brandbekämpfung Ost wurden entlastet“, erklärt Schäfer.

Da die Piloten die Position nicht exakt vorherbestimmen können, an der das Löschwasser zu Boden geht, sollen sie die Brandbekämpfung, nicht die Riegelstellung unterstützen. „Wir hatten Sorge, dass die herabstürzenden Löschwassermassen die Statik der Flachdachhalle gefährden könnten“, erklärt Schäfer die Taktik.

Parallel zu den Löschversuchen aus der Luft wird am Boden der Löschwasserbedarf durch mehrere Entnahmestellen gesichert. An der Weser richten Feuerwehrkräfte des Einsatzabschnitts „Wasserversorgung“ zwei Entnahmestellen ein. Durch Schlauchwagen werden mehrere B-Versorgungsleitungen zum Einsatzort aufgebaut. Mit einem Radlader der Fa. Tönsmeier wird im Bereich des Mitarbeiter-Parkplatzes ein direkter Zugang zur Weser geschaffen und dort eine weitere Löschwasserentnahmestelle eingerichtet. Unterstützung bei der Wasserversorgung erhalten die Einsatzkräfte im weiteren Verlauf von der Feuerwehr Osnabrück, welche am nahegelegenen Kiesteich ihr erst in diesem Jahr in Dienst gestelltes „Holland Fire System“ einsetzt. Die von einem Dieselmotor angetriebene Hydraulikpumpe kann bis zu 10.000 Liter Wasser pro Minute fördern. Die Wassermassen werden mit einer doppelten F-Leitung zum Brandort geführt, vor Ort werden Verteiler 1F – 5B eingesetzt.

Vier Feuerwehrleute verletzten sich während des Einsatzes. Zwei Feuerwehrleute verletzen sich bei Stürzen über Schläuche, davon erleidet einer einen Bänderriss, der andere eine Rippenprellung. Ein weiterer Feuerwehrmann zieht sich eine Platzwunde an der Stirn zu, als eine Schlauchkupplung gegen seinen Kopf schlägt. Nach einer Behandlung setzt der Kamerad seinen Einsatz fort. Kurz darauf muss ein weiterer Kamerad mit einer Rauchgasvergiftung behandelt werden. Während des Löschwasserabwurfs flog einer der Hubschrauber so tief, dass die Rauchwolke nach unten in die Einsatzstelle gedrückt wurde – und der Feuerwehrmann in die Wolke geriet. Er wurde umgehend durch Rettungsdienst und Notarzt versorgt. „Solche Unfälle passieren bei einem Einsatz solcher Größe. Das war keine Leichtsinnigkeit. Es war auch kein Fehlverhalten der Einsatzkräfte. Der Großteil des Bodens war im Laufe des Tages durch den massiven Schaumeinsatz zentimeterhoch mit Schaum bedeckt. Da passiert es schnell, dass man mal über einen Schlauch stolpert“, sagt Schäfer. Am frühen Nachmittag übernehmen ehrenamtlichen DRK-Kräfte die Bereitstellung und lösen die Kräfte des Regelrettungsdienstes aus dem Einsatz.

Um 13.20 Uhr stellt der Landrat eine Großschadenslage (Mit dem Inkrafttreten des Feuerschutz- und Hilfeleistungsgesetzes des Landes NRW im Jahr 1998 wurde der Begriff der „Katastrophe“ überholt. An die Stelle des friedensmäßigen Katastrophenschutzes ist seitdem in Nordrhein-Westfalen die Begrifflichkeit der „Abwehr von Großschadensereignissen“ getreten. fest. Beim Kreis Minden-Lübbecke wird ein eigener Stab eingerichtet, zwei Bereitstellungsräume für nachrückende Kräfte werden ebenfalls eingerichtet. Einer befindet sich direkt auf dem Gelände der betroffenen Firma Tönsmeier. Der andere liegt ein paar Kilometer entfernt auf dem Veranstaltungsgelände „Kanzlers Weide“ in Minden.

Etwa zeitgleich starten die Einsatzkräfte einen massiven Schaumangriff aus den Werfern der Flugfeldlöschfahrzeuge, Tanklöschfahrzeuge, Drehleiter und Gelenkmast im Bereich des Entstehungsortes am westlichen Rand der Halle. Bislang nicht betroffene Ballenreihen werden gekühlt und mit einem Schaumteppich überzogen, Firmenmitarbeiter hatten mit Gabelstaplern etliche noch nicht in Brand geratene Ballen aus der Gefahrenzone geschafft und so Schneisen für die weiteren Löschangriffe geschaffen. Gegen 14 Uhr folgt ein weiterer massiver Werfereinsatz aus gegen das brennende Ballenlager um den Schaumteppich zu erneuern. „Dieses Vorgehen konnten wir gut vorbereiten, während die Löschhubschrauber uns aus der Luft unterstützten“, erklärt Schäfer.

Der massive Schaumangriff zeigt Wirkung. Rund zwei Stunden später, gegen 16 Uhr, meldet die Einsatzleitung „Feuer unter Kontrolle“. Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie Firmenmitarbeiter fahren den Müll auseinander und transportieren ihn zum eingerichteten Ablöschplatz auf dem Gelände des Unternehmens. „Die Mitarbeiter der Firma haben unsere Arbeit wahnsinnig unterstützt. Schon seit dem Vormittag fuhren sie mit Radladern und Gapelstablern ununterbrochen gelagerte Kunstoffballen vom Hof, um das Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Ab dem späten Nachmittag halfen sie dann den noch leicht brennenden Müll zu Ablöschplatz zu transportieren.“ so Michael Horst von der Feuerwehr Porta Westfalica.

Ab ca. 16 Uhr läuft die Versorgung der Einsatzkräfte auf dem Firmengelände durch Kräfte des DRK-Kreisverbandes gemeinsam mit der Küchengruppe der Feuerwehr Minden an, bereits vorher waren Getränke bereitgestellt worden aber erst jetzt ist es möglich Kräfte aus dem Einsatz zu lösen und im Bereich des Sammelplatzes zu verpflegen. Das DRK richtet dazu eine Essensausgabe ein und baut zahlreiche Sitzgelegenheiten unter einer Fahrzeughalle auf.

Ab 17.21 Uhr gibt der Notfallmanager der Bahn nach Absprache mit der Einsatzleitung die Bahngleise nach und nach wieder frei.

Am frühen Abend, ab zirka 18 Uhr, werden die ersten Feuerwehreinsatzkräfte ausgetauscht. Kräfte aus den Bereitstellungsräumen rücken nach und übernehmen Fahrzeuge und Material von den abgelösten Kräften. Um 19.10 Uhr hebt der Stab des Landkreises die Großschadenslage auf. Kurz darauf werden die Bereitstellungsräume aufgelöst. Die dort bereitstehenden Einsatzkräfte rücken ein.

Für die Nachlöscharbeiten in der Nacht zu Samstag bleiben etwa 80 Feuerwehrleute vor Ort. Dabei werden sie von Helfern des THW-Ortsverbandes Minden und der THW-Fachgruppe Beleuchtung aus Detmold unterstützt. Gegen 6 Uhr werden vier Portaner Löschgruppen alarmiert, um die Kameraden vor Ort abzulösen und die weiteren Nachlöscharbeiten zu übernehmen. Da aber auch sie schon am Freitag im Einsatz waren, wird schon um 11.30 Uhr die nächste Ablösung koordiniert. Zwei Löschgruppen übernehmen die letzte „Schicht“ und bleiben bis 18 Uhr am Einsatzort. Im Laufe des Nachmittages werden keine weiteren Glutnester mehr gefunden. Um 19.30 Uhr beendet die Einsatzleitung den Einsatz offiziell.

Während des gesamten Einsatzes wurde das Löschwasser auf dem Firmengelände aufgefangen und abgeleitet, unter dem Mitarbeiterparkplatz befinden sich Auffangbehälter zu diesem Zweck. Durch die Firma Tönsmeier wurden Saugwagen eingesetzt und das Löschwasser zur Klärung abgefahren. Auf der Weser kontrollierten Kräfte der Feuerwehr Minden mit einem Boot ob trotz der Maßnahmen Löschwasser in den Fluss gelangte, dies war nicht der Fall.

Die Schadenshöhe steht nicht genau fest, sie wird auf mehrere 100 000 Euro geschätzt. Trotz des Großbrandes konnte das Unternehmen seinen Betrieb ohne Einbußen fortsetzen, Arbeitsplätze waren nicht gefährdet. Die Halle mit der Sortieranlage konnte bis auf äußerliche Schäden komplett gehalten werden. Die Unternehmensführung der Fa. Tönsmeier lobte den Einsatz der Feuerwehr auf einer Pressekonferenz mit den Worten „Die Feuerwehr hat Großartiges geleistet“. Die Firma sagte kurz darauf Danke! in großflächigen Anzeigen in der Regionalpresse. Dabei wird besonders das Engagement der ehrenamtlichen Kräfte, aber auch die Freistellung durch Unternehmen gewürdigt. Für den 23. September 2011 hat die Firma Tönsmeier alle eingesetzten Kräfte zu einer Veranstaltung auf dem Firmengelände zum Dank eingeladen.

„Das war das größte Schadensereignis, das ich bisher erlebt habe. In den letzten 30 Jahren war ich bei keinem vergleichbar großen Brand mit einem solchen Personal- und Materialaufwand“, sagt Michael Schäfer. „Die Abläufe während dieses Einsatzes haben sehr gut geklappt. Obwohl weit mehr als 550 Einsatzkräfte involviert waren, hat die Kommunikation untereinander gut funktioniert. Irgendwann begannen jedoch einige Einsatzkräfte Absprachen nicht über die Einsatzleitung, sondern per Handy zu treffen. Das führte zu kleineren Schwierigkeiten. Aber das war zu erwarten, bei der Größe des Einsatzes und der Vielzahl der eingesetzten Kräfte. Rückblickend kann ich sagen, dass die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen, Hilfskräfte und den Mitarbeitern der Firma reibungslos geklappt hat“, so Schäfer.

Kräfteübersicht:

• Feuerwehr Porta Westfalica: Hauptamtliche Feuer- und Rettungswache (HLF, DLK, ELW, RTW), Löschgruppen Neesen-Lerbeck (TLF 8/18, TSF, GW-A, MTF), Hausberge (LF 10/6, TLF 16/25 (Reserve), MTF), Holzhausen (LF 10/6, ELW2, TSF, MTF), Barkhausen (TLF 16/25, MTF), Nammen (TSF-W, MTF), Kleinenbremen (LF 10/6 TH, MTF), Wülpke (TSF, MTF), Veltheim (TLF 24/50, TSF, MTF), Lohfeld (SW2000, MTF), Wehrführung, Pressegruppe, Alarmdienst; Löschgruppen Vennebeck und Holtrup besetzen Wache, Löschgruppen Eisbergen und Möllbergen in Reserve.

• Feuerwehr Minden:
1600 Berufsfeuerwehr Minden
16-07-01 : LNA
16-10-01 : KdoW
16-11-02 : ELW 1
16-18-01 : PKW
16-24-01 : TLF 24/50
16-59-01 : GW-allg.
16-79-01 : RTB
16-92-01 : GW-Mess
1601 Löschzug Stadtmitte
16-14-01 : mobile Besprechungseinheit IuK
16-33-02 : DLK 23/12 Wache besetzt
16-46-01 : LF 24 Wache besetzt
16-65-01 : WLF AB Sonderlöschmittel
16-66-01 : WLF AB Schlauch
16-74-01 : LKW-Logistik
1603 Löschgruppe Stemmer
01-15-01 : IUK PKW
16-12-01 : ELW 2
1605 Löschgruppe Todtenhausen
16-19-05 : MTW
1609 Löschgruppe Rechtes Weserufer
16-41-09 : LF 8
1610 Löschgruppe Dankersen
16-42-10 : LF 8/6
1611 Löschgruppe Meissen
16-19-11 : MTW
1612 Löschgruppe Bölhorst
16-19-12 : MTW
16-44-12 : LF 20/16
1613 Löschgruppe Häverstädt
16-19-13 : MTW
16-41-13 : LF 8
1614 Löschgruppe Dützen
16-19-14 : MTW
16-42-14 : LF 10/6
1615 Löschgruppe Haddenhausen
16-19-15 : MTW
16-42-15 : LF 10/6
ELW 2 und mob. Besprechungseinheit, Stab Fw Minden, Küchengruppe, GW-Meß Einheit, Bootsführer mit MZB

• Feuerwehr Hille: LG Hartum (von Kreisleitstelle übernommen)
• Feuerwehr Rahden: ELW 1 Rahden, LG Tonnenheide (GW), LG Pr. Ströhen (SW)
• Feuerwehr Hüllhorst: LG Schnathorst (LF 16/12, MTF), LG Tengern (LF 16/12), LG Bröderhausen (TSF-W)
• Feuerwehr Lübbecke: ZUG 2 (von Kreisleitstelle übernommen, keine Angaben im Netz)
• Feuerwehr Stemwede: ZUG 1, ZUG 3 ( LG Dielingen, LG Drohne, LG Haldem, LG Arrenkamp, LG Westrup, LG Wehdem, LG Oppendorf, LG Oppenwehe)
• Feuerwehr Petershagen: ZUG 1 (Petershagen, Ovenstädt, Buchholz, Großenheerse und Hävern), ZUG 2 Friedewalde, Maaslingen, Meßlingen, Südfelde und Eldagsen), ZUG 4 (Bierde, Gorspen-Vahlsen, Ilserheide und Raderhorst), Löschgruppen Lahde (TLK + ELW ) und Frille (TLF 16/24 TR, LF 16 TS, GW/W)
• Feuerwehr Bad Oeynhausen: HAW-TLF 24/50 , LG Rehme, LG Eidinghausen-Wöhren, LG Dehme mit ELW (für den Stab)
• Kreis Minden-Lübbecke: IuK-Gruppe, Stab, TEL, Schlauchpflege
• BASF Werk Minden WLF mit AB-Schaummittel, GTLF, Gelenkmast

• Kreis Nienburg: 4x WLF mit Schaummittel, WLF von Werkfeuerwehr Industrie Park Nienburg, ABC-Zug und FTZ

• Kreis Schaumburg: 2x GTLF Lebenshilfe Rinteln, TLF 24/50 FW Stadthagen, TLF 20/40 SL FW Rinteln, TLF 24/50 FW Bückeburg; Feuerwehr Evesen: LF 16 TS, LF 8, MTF, Feuerwehr Rusbend; Umweltschutzeinheit des Landkreis Schaumburg

• Kreis Herford:
Löschgruppe Spenge Bardüttingdorf mit LF 10/6
Löschgruppe Löhne Gohfeld mit TLF 16/25
Löschgruppe Löhne Mennighüffen mit SW 2000
Löschgruppe Herford Schwarzenmoor mit TLF 16/25
Löschzug Herford Mitte mit SW 2000
Hauptamtliche Wache Herford mit TLF 24/48
Löschgruppe Vlotho Uffeln mit TLF 16/25
Löschzug Vlotho Mitte mit TLF 24/50
Löschgruppe Kirchlengern Südlengern mit TLF 16/25
Löschzug Hiddenhausen Schweicheln mit TLF 16/25
Löschzug Hiddenhausen Eilshausen mit TLF 24/50
Löschgruppe Bünde Muckum mit TLF 24/48
Löschzug Enger Mitte mit TLF 24/50
Kreisfeuerwehrzentrale mit KdoW, GW-A und WLF-AB-Schaum

• Feuerwehr Osnabrück: Wasserfördersystem „Holland Fire System“ mit 10-68 (KdoW), 10-82, 10-83 und 10-84 (WLF), 14-60 (MTW FF Neustadt)

• Kreis Lippe: GW-A

• Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg-Achum
Flughafenfeuerwehr 3 x GTLF
2x CH 53 mit Außenlastbehälter

• Rettungsdienst
RTW Feuerwehr Porta Westfalica
Leitender Notarzt
• Polizei
• Kreisbrandmeister
• Feuerschutzdezernent der Bezirksregierung Detmold
• Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW
• THW
Fachgruppe Beleuchtung aus Detmold mit neun Fachhelfern aus Detmold, ein Fachberater THW des Ortsverbands Lübbecke und der Zugtrupp des Ortsverbands Minden.
• Fachberater Johanniter

• DRK
RK-Gemeinschaft Barkhausen mit 2 Rettungswagen, Krankentransportwagen, der Gerätewagen Sanitätsdienst, sowie das Notarzteinsatzfahrzeug mit Rotkreuzarzt
DRK-Einsatzeinheit 01 (OV Minden, Lahde & Petershagen), DRK-Einsatzeinheit 02 (OV Barkhausen, Hille & Dankersen) und die DRK-Einsatzeinheit 03 (OV Lübbecke, Hüllhorst, Stemwede, Preußisch Oldendorf, Rahden & Espelkamp). Das DRK sollte die sanitätsdienstliche & rettungsdienstliche Versorgung an der Einsatzstelle sicherstellen, sowie Verpflegung aller Einsatzkräfte.

Gesamtzahl der eingesetzten Kräfte: ca. 500

Einsatzkräfte vor Ort

Einsatzleiter: Michael Schäfer
Einsatzkräfte hauptamtlich: Hauptamtliche Feuer- und Rettungswache
Einsatzkräfte ehrenamtlich: Holtrup-Vennebeck-Costedt, Neesen-Lerbeck, Barkhausen, Holzhausen, Hausberge-Lohfeld, Kleinenbremen-Wülpke, Nammen, Veltheim-Möllbergen, DLK-Bereitschaft, RW2-Bereitschaft, Einsatzführungsdienst, Einsatzdokumentation, Kreisbrandmeister, Feuerwehr Bückeburg, Feuerwehr Petershagen, DRK Barkhausen

Einsatzende: 18:00 Uhr